Theater im KUZ

»Theaterfestival Grenzenlos Kultur vol. 12«
9.-25. September 2010, KUZ Mainz

Monika Kropshofer:
Roter Teppich
Eine virtuelle Installation
9. Sepember, ab 18 Uhr
Zur Eröffnung des Festivals Grenzenlos Kultur rollt Monika Kropshofer den virtuellen roten Teppich aus! Im Eingangsbereich des KUZ-Geländes zeigt die Künstlerin aus Boppard eine Wand- und Bodenarbeit aus Kunststoff-Folie, die das Foto einer Treppe, bedeckt mit einem roten Teppich, wiedergibt. Das Foto zeigt eine Treppe des Konfuzius-Tempels in Taipei und will eine Brücke über Kontinente und Zeiträume schlagen. Die Betrachter sind eingeladen, das Kunstwerk zu betreten, ihre Spuren dort zu hinterlassen und damit Teil der Geschichte dieser Arbeit zu werden.

www.monika-kropshofer.de

 

Kenafayim (IL):
Kapit Shel Zahav / Silver Spoon
Autobiografisches Theater aus Israel
9. + 10. September, jeweils 20.00 Uhr
Mit einem hochemotionalen, autobiografisch inspirierten Stück eröffnen Kenafayim aus Tel Aviv das diesjährige Festival – Erfahrungen, Erlebnisse, Sehnsüchte behinderter Menschen, übersetzt in die Sprache des Theaters, in große und kleine Fiktionen, starke und bewegende  Bilder, Szenen und Choreografien.
(In hebräischer Sprache mit deutschen Übertiteln.)
EUR 13 / 7 ermäßigt

Zohar Behrendt: Tuesdays at 5:00pm
Dokumentarfilm über Kenafayim
10. September, 18.00 Uhr
Eintritt frei

Jessica Yu: In the realms of the unreal
Dokumentarfilm über Henry Darger
11. September, 18.00 Uhr

In ihrem preisgekrönten Film von 2004 verschränkt Jessica Yu Dargers Lebensgeschichte und seinen Mammutroman zu einem ungewöhnlichen Animationsfilm. (In englischer Sprache)
Eintritt frei












Das Helmi & Cora Frost (D): Matrix
Schaumstoffpuppen-Performance nach Wachowski
11. September, 20.00 Uhr
Zusammen mit der kongenialen Diseuse Cora Frost begibt sich das berühmt-berüchtigte Performance- und Puppentheater Das Helmi diesmal in die Abgründe der virtuellen Realität. EUR 13/7 ermäßigt




Dirk Darmstaedter & Bernd Begemann:
So geht das jede Nacht
Rock-and-Roll-Konzert
12. September, 20.00 Uhr
Bernd Begemann und Dirk Darmstaedter schlagen ein vergessenes Kapitel der Musikgeschichte auf: den deutschsprachigen Rock and Roll der 50er und frühen 60er Jahre. Abseits der ebenso bekannten wie ungeliebten frühen deutschen „Rock“-Platten entstanden in jenen Jahren musikalische Kleinode – in Kleinstauflagen erschienen und auf B-Seiten versteckt oder nach Erscheinen bis auf wenige Exemplare eingestampft. Die Qualität der Songs reicht von skurril über erstaunlich bis zu grandios. Die beiden ältesten Teenager der Welt, Bernd und Dirk, haben sich nun dieser vergessenen Songs angenommen und geben ihnen die Behandlung, die sie verdienen: rockend, rau und rauchend, feurig, fetzend und sexy. Einen Tag vor ihrem Auftritt bei „TV total“, zwei Wochen vor Erscheinen ihres gemeinsamen Albums und einen Monat vor Beginn ihrer offiziellen Tournee lassen uns die beiden exklusiv bei Grenzenlos Kultur bereits an etwas teilhaben, das alle anderen erst ein ganzes Stück später völlig aus dem Häuschen bringen wird.
www.tapeterecords.de/artists/dirk-darmstaedter-bernd-begemann
EUR 15 Einheitspreis

Alles nur geträumt!
Kurzfilm-Schlafzimmer
14., 15. + 16. September, jeweils ab 18.00 Uhr
Jugendliche aus Rheinland-Pfalz hatten drei Monate Zeit, ihre ganz eigenen Traumvorstellungen und Visionen in einen Film zu bannen. Die Resultate dieser cineastischen Traumrettungs-Aktion werden an drei Tagen im Hof des KUZ im eigens eingerichteten Film-Schlafzimmer in einer Dauerschleife gezeigt. Eintritt frei










Ohrenkuss (D): OmaOpa
Autorenlesung
14. + 15. September, jeweils 19.00 Uhr
Ohrenkuss-Autor Björn Langenfeld (35) findet Worte für das Unaussprechliche, indem er einen Brief an seine Oma schreibt: „Liebe Oma, damals war ich lieb gehaltet. … Oma liegt jetzt Friedhof in Königswinter. Liebe Oma, wir vermissen dich. Ich habe einen Gott und ich gebetet. Mein Herz tut weh. Herz kaputt. Alle zusammen sein. Scheiße ist sterben.“ Die Ohrenkuss-Lesung präsentiert eindringliche, lustige und unerwartete Texte zum Thema Großeltern und Älterwerden. Eintritt frei


She She Pop und ihre Väter (D): Testament
Theaterperformance
14. + 15. September, jeweils 20.00 Uhr
Die Performer/innen von She She Pop verwandeln seit zwölf Jahren Fragen, die sie auch privat bewegen, in Theater. Diesmal bitten sie ihre eigenen Väter mit auf die Bühne. Es geht um Macht und die Kompensation ihres Verlustes; um die 68er-Generation und das tendenziell schlechte Gewissen ihrer Kinder, deren Ansprüchen nie  gerecht werden zu können; um den Umgang mit Text und die Repräsentation in Bildern. „Ehrlich und mutig, lustig und traurig... Ein großer Wurf.“ EUR 13 / 7 ermäßigt










Theater zum Westlichen Stadthirschen & Theater Thikwa (D):
Kafka am Sprachrand
Ein Drahtseilakt für 4 hoffnungsvoll überforderte Clowns
16. September, 19.30 Uhr
Ein Kafka-Abend der besonderen Art. Bekannte und weniger bekannte Prosaminiaturen und Textfragmente von Franz Kafka, auf die Bühne gebracht vom Theater zum Westlichen Stadthirschen, auf subtil-subversive Weise kommentiert, illustriert, auseinander genommen, neu wieder zusammengesetzt und eben an den Sprachrand geführt von den Schauspielern von Theater Thikwa, deren Behinderung nicht sentimental thematisiert, sondern als Stärke mit ins Spiel gebracht wird. Kombiticket mit „Da lachte Kafka“:
EUR 13 / 7 ermäßigt



Hans-Gerd Koch (D): Da lachte Kafka
Eine etwas andere biografische Annäherung
16. September, 21.00 Uhr
Das Werk Franz Kafkas wird landläufig als ernst und düster angesehen, die Krankheit und der frühe Tod haben dem Autor zusätzlich noch tragische Züge verliehen. Der Kafka-Herausgeber Hans-Gerd Koch setzt dem ein anderes Bild entgegen - eine unerwartet vergnügliche Annäherung an einen großen Autor in Anekdoten, Zeitzeugenberichten und Zitaten. Kombiticket mit „Kafka am Sprachrand“: EUR 13 / 7 ermäßigt






Betsy Bayha: Outsider – The life and art of Judith Scott
Dokumentarfilm über Judith Scott
17. September, 19.00 Uhr
Ausnahmekunst: Das Werk der bildenden Künstlerin Judith Scott (1943-2005) lässt pauschale Grenzziehungen zwischen geistiger Behinderung und eigenständigem künstlerischem Ausdruck fragwürdig erscheinen. Der preisgekrönte Film von Betsy Bayha zeigt die mit dem Down-Syndrom geborene Ausnahmekünstlerin bei der Arbeit. Eintritt frei





Theater HORA & Sommerblut Köln (CH/D):
Menschen!Formen!
Von Elefantenmenschen, Wolfjungen und verlorenen Prinzen
17. September, 19.00 Uhr
Drei Filme von drei Regie-Ikonen – David Lynch, François Truffaut und Werner Herzog – als Ausgangspunkt für ein traumwandlerisch fragmentarisches Bühnenprojekt, das die Mittel von Erzähltheater, Tanz, Improvisation, Performance und Konzert nutzt und dabei tief berührende, lange nachwirkende Bilder und Situationen schafft.
EUR 13 / 7 ermäßigt

Herbert Fritsch (D):Sprachlöchersterne
Eine Leseperformance mit Texten von Geisteskranken aus der Sammlung Prinzhorn
18. September, 20.00 Uhr
Wenn Herbert Fritsch in einer Leseperformance Texten von Psychiatriepatienten aus der Sammlung Prinzhorn seine Stimme gibt, dann wird Literatur zu etwas anderem als Literatur: Zu einem Erlebnis jenseits aller Worte. EUR 13 / 7 ermäßigt









Anika Baumann (D):Der dickste Pinguin vom Pol
Theater für Kinder ab 5 Jahren nach Ulrich Hub
19. September, 11.00 + 16.00 Uhr
Obwohl er von einer ziemlich dicken Fettschicht umgeben ist, träumt der dicke Pinguin vom Schwitzen, von Ferien in der Sonne. Um seinen Traum in die Tat umzusetzen, begibt er sich mit einer Tonne Fischstäbchen auf die Reise, auf einer Eisscholle will er in wärmere Gewässer gelangen. Doch die Scholle schmilzt, und so landet der Pinguin nicht auf der Ferieninsel, sondern als Kellner in einem Mainzer Restaurant. EUR 6 Einheitspreis


Gintersdorfer/Klassen (D/CI)
Très très fort
19. September, 20.00 Uhr
In „Très très fort“ demonstrieren die Schauspieler von der Elfenbeinküste Duktus und Auftreten afrikanischer Politiker, der Militärs, der Rebellen. Die Darsteller erzählen von täglichen Zusammenstößen, von Misstrauen und Propaganda. Die deutschen SchauspielerInnen übersetzen die ivorischen Darsteller und befragen die gezeigten Vorgänge. Showbiz, Glamour und gnadenloser Spaß wechseln mit Szenen ab, in denen die Darsteller an ihre Leistungsgrenze gehen, um sich den Schreckensmomenten des Konflikts anzunähern. EUR 13 / 7 ermäßigt



Teatr Osmego Dnia (PL):Teczki / The Files
Dokumentartheater / Broadway-Fassung
21. September, 19.30 Uhr
Nachdem die Schauspieler der legendären polnischen Theatergruppe Osmego Dnia ihr eigenes  Leben in den Archiven der kommunistischen Geheimpolizei wiederfanden – dutzende Ordner, hunderte Seiten, Befragungen, Personenbeschreibungen, „theatrologische Analysen“ – wagten sie sich an ein dokumentarisches Theater-Experiment. (In englischer Sprache.) EUR 13 / 7 ermäßigt


Anne Tismer (D): Hitlerine
Eine Kunstaktion von Anne Tismer und Alexis Bug
21. September, 21.30 Uhr
Hitlerine ist eine radikalmilitante, eitle Egoistin, ausgestattet mit einem beinahe postmodernen Bewusstsein, verkörpert von der Aktionskünstlerin Anne Tismer. Irgendwo in Afrika steckt sie fest in einer parallelen Geschichte, in der Adolf nicht vorkommt, aber anderes Schlimmes schon, etwa die Völkermorde zu Beginn des letzten Jahrhunderts auf dem schwarzen Kontinent. EUR 13 /  ermäßigt


Struwwelpetereien aus der Sammlung Herzog-Hoinkis
Ausstellung
22.-24. September, jeweils ab 18.00 Uhr
Eintritt frei


















Das Prinzip Struwwelpeter

Elf Uraufführungen an drei Abenden
22.-24. September, jeweils ab 19.00 Uhr
Die Vorgehensweise des Kinderbuchs „Der Struwwelpeter" passt scheinbar nicht zu heutigen liberalen Erziehungskonzepten. Als Hohes Lied der Grenzüberschreitung gelesen aber ist dieser Klassiker der „Schwarzen Pädagogik" zeitlos, ein subversives Lehrbuch für radikalen Eigensinn, kreativen Regelverstoß und tollkühne Konsequenzenverachtung. Grenzenlos Kultur hat elf Theatergruppen und Performancekollektive gebeten, sich mit jeweils eine dieser elf Struwwelpeter-Episoden auseinander zu setzen, sie sich anzueignen und von ihr ausgehend eine halbstündige Theaterskizze zu entwickeln, in der es um mehr und anderes geht als um die Nacherzählung von Kinderbuchgeschichten für Erwachsene: Um den „Struwwelpeter“ als  Prinzip nämlich, und als Vorlage für elf sehr eigene thematische und theatrale Obsessionen.

Mi., 22.09., 19.00 Uhr: Oper Dynamo West (D):
Die Vorrede zum „Struwwelpeter“ als Film über die 81jährige Gründerin des Frankfurter Struwwelpeter-Museums Marion Herzog Hoinkis.

Mi., 22.09., 19.45 Uhr: Theater Thikwa (D):
Die Titelepisode „Der Struwwelpeter“ als surreales (anti-)pädagogisches Lehrstück.

Mi., 22.09., 20.30 Uhr: Berman/Depri/Dörr (RUS/CI/D):
„Die Geschichte vom Zappelphillip“ als ivorisch-deutsch-russische Bewegungsanalyse.

Mi., 22.09., 21.15 Uhr: Theater RambaZamba (D):
„Die Geschichte vom bösen Friedrich“ als bitterböse Kurzkomödie.

Do., 23.09., 19.00 Uhr: Monster Truck (D):
„Die Geschichte vom Suppenkaspar“ als Performance.

Do., 23.09., 19.45 Uhr: Mezzanin Theater & KumEina (AUT):
„Die Geschichte vom Daumenlutscher“ als mehr oder weniger autobiografische Erinnerung an das Daumenlutschen.

Do., 23.09., 20.30 Uhr: Theater HORA (CH):
„Die Geschichte von den schwarzen Buben“ als Theaterskizze voll von tintenschwarzem Humo.

Do., 23.09., 21.15 Uhr: Das Helmi (D):
„Die Geschichte vom Hans Guck-in-die-Luft“ als geradezu klassisches Künstlerdrama.

Fr., 24.09., 19.00 Uhr: Praxis Dr. Zander (D):
„Die Geschichte vom wilden Jäger“ als Auseinandersetzung mit den Strategien des täglichen Überlebenskampfs.

 Fr., 24.09., 19.45 Uhr: Ratten 07 (D):
„Die gar traurige Geschichte mit dem Feuerzeug“ als Liebeserklärung an den Pyromanen in uns.

Fr., 24.09., 20.30 Uhr: Anne Tismer (D):
„Die Geschichte vom fliegenden Robert“, für uns in einer einmaligen Kunstaktion.
Tagestickets Stuwwelpeter: jeweils EUR 13 / 7 ermäßigt
Dreitagesticket Struwwelpeter: EUR 25 / 15 ermäßigt

 

The Tiger Lillies (GB):
Shockheaded Peter and other nasty songs
Konzert
25. September, 20.00 Uhr
The Tiger Lillies sind das Schrägste und Schärfste, was die englische Musikszene zu bieten hat. Ihre Geschichten stammen aus den Grenzbereichen der Gesellschaft, ihre Lieder sind den echten und vermeintlichen Verlierern, den gefallenen Mädchen und allen anderen tragischen Existenzen gewidmet. Über jahrmarktartige Musik legt sich unerwartet die Falsettstimme von Martyn Jacques, um in der Fantasie der Zuhörer die Welt des Vaudeville zu zaubern.
EUR 15 Einheitspreis